>>> Aktion & Offener Brief Inselspital Bern 16.8.2009
(Bild: Peter Schneider / Keystone / Berner Zeitung)

In Anbetracht der Schwere der an den Zwittern begangenen Menschenrechtsverletzungen, ihrer langen Dauer und der damit verbundenen hohen Anzahl der Opfer handelt es sich bei den Zwangsoperationen an Zwischengeschlechtlichen um die wohl gravierendste Menschenrechtsverletzung in den "westlichen Demokratien" seit dem 2. Weltkrieg.

Trotzdem schauen die Regierungen und Menschenrechtsorganisationen weg und negieren diese systematischen Menschenrechtsverletzungen an Zwittern – sofern sie überhaupt mit unbequemen Fragen behelligt werden.

Auch 2008 hiess es von der Bundesregierung auf die Fragen der CEDAW-Kommission einmal mehr lediglich: "Wir haben keine relevanten Erkenntnisse dazu."

Stattdessen propagiert die Bundesregierung Zwangseingriffe an Zwittern regelmässig aktiv mit tatsachenwidrigen Behauptungen:

  • Der Bundesregierung sei nicht bekannt, „dass eine Vielzahl von Intersexuellen im Erwachsenenalter die an ihnen vorgenommenen Eingriffe kritisiert“ (14/5627).
  • Die Zwangsoperationen seien ausnahmslos "medizinisch indiziert" und dienten deshalb dem "Kindeswohl [...] (§ 1627 BGB)" (14/5627).
  • "[G]rößer angelegte Nachuntersuchungen als auch die klinische Praxis" würden laut Bundesregierung gar beweisen, "dass die Mehrzahl der betroffenen Patienten rückblickend (d. h. im Erwachsenenalter)" die Zwangsoperationen eindeutig befürwortet – allerdings vermochte die Bundesregierung dafür keine Belege anzuführen (16/4786).

Auch die Bundestagsparteien und ihre Abgeordneten, die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, der Deutsche Ethikrat, Amnesty International, Terre des Femmes, der UN-Menschenrechtsrat, usw. usf. – alle schweigen sie zu den menschenrechtswidrigen Zwangsoperationen an Zwittern, obwohl sie in den letzten 12 Jahren von betroffenen Menschen mehrmals um Unterstützung angegangen wurden (eins / zwei / drei), und machen sich so zu MittäterInnen.