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Aktion & Offener Brief "11th EMBL/EMBO - From Gene to Gender",
06.11.2010













Zwitter als Opfer der Moderne – und der
(Geschlechter-)Wissenschaft
Vom Mittelalter bis in die Neuzeit waren "Hermaphroditen"
nicht nur juristisch anerkannt, sondern genossen zusätzlich
das Privileg, als einzige Menschen per
"Geschlechtseid" selber darüber bestimmen zu können, in
welchem Geschlecht (d.h. Mann oder Frau) sie als Erwachsene leben wollen. Noch
u.a. im Preussischen Landrecht war ein entsprechender
"Zwitterparagraph" enthalten.
Erst im Bürgerlichen Gesetzbuch gab es nur noch Männer und
Frauen – und in strittigen Fällen entschieden laut Gesetz nicht mehr
die Betroffenen, sondern Wissenschaft und Medizin.
Seit dem 19. Jahrhundert wurden "Hermaphroditen" zunehmend
zu Forschungszwecken ungefragt experimentellen kosmetischen Genitaloperationen,
Kastrationen, Transplantationversuchen Hormone produzierender Organe (Hoden,
Ovarien, Mischgonaden) und weiteren medizinisch nicht notwendigen
Menschenexperimenten unterworfen. Und hinwegerklärt: Als
"Scheinzwitter" und "Pseudohermaphroditen" wurden die große Mehrzahl
"wissenschaftlich" als betrügerische, "korrekturbedürftige" Männer oder Frauen
"entlarvt" – und nach Abschluss der Pubertät zunehmend diesem "Befund" so "gut"
wie möglich chirurgisch usw. "angepasst".
Magnus
Hirschfeld, Zwitterverstümmler
"für einen guten Zweck"
Darstellung nach Rosa von Praunheim: "Der Einstein des
Sex"
>>> Quelle
In der ersten Hälfte ders 20. Jahrhunderts "erforschten" in
Europa und Nordamerika zahlreiche Chirurgen, Endokrinologen, Genetiker,
Biologen, Psychiater und Sexologen die Grundlagen zur serienmäßigen
chirurgischen "Korrektur" und der willkürlichen Steuerung der
Pubertät durch synthetische Hormone, oft in Verbindung mit vorheriger
Kastration.
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Chirurgische "Genitalkorrekturen" an Kindern: Typische Diagnosen und
Eingriffe
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Unethische ForscherInnen als Zulieferer der
GenitalabschneiderInnen
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"STOP Genitalverstümmelung als 'Rohmaterial' für die
Geschlechterforschung!"
1950: Beginn der systematischen chirurgischen
Auslöschung
Seit Beginn
der experimentellen "Behandlungen" von Zwittern klagten die Forscher stets über
die Unwilligkeit ihrer Versuchskaninchen: Erwachsene Zwitter
entzogen sich regelmäßig dem Zugriff der Medizyner, indem sie einfach nicht
mehr zur nächsten Konsultation erschienen, sobald sie erfuhren, was letztere
mit ihnen vorhatten (desgleichen oft bei älteren Kindern deren Eltern).
1950 fand der berühmte Endokrinologe Lawson Wilkins am
"Johns Hopkins Universitätsspital" in Baltimore (USA) eine "elegante Lösung"
für dieses oft beklagte "Problem": Er liess durch seine Mitarbeiter
"Intersexuelle" (wie der neue medizinische Fachbegriff nun lautete)
systematisch schon möglichst früh als
Kleinkinder den chirurgischen und hormonellen
"Genitalkorrekturen" unterwerfen. Ausgehend vom "Johns Hopkins
Universitätsspital" verbreitete sich diese verhängnisvolle Praxis ab 1950 in
Zusammenarbeit u.a. mit dem Kinderspital Zürich (Andrea von Prader) und der
Universitätsklinik Hamburg (Jürgen Bierich, später Kinderklinik Tübingen)
über die ganze "zivilisierte Welt".
>>> Wer
sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?
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"Die Amputation der Clitoris ist sicher gerechtfertigt" - Kinderspital Zürich
1957
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Medizinische Versuche an Menschen (Schattenbericht
2008)
John Money als "alleinschuldiger" Sündenbock?
Diese heute in der Öffentlichkeit zunehmend
unter Beschuss geratene Praxis der systematischen Genitalverstümmelungen in den
Kinderkliniken wird heute von den Medizynern oft mit dem Namen des verstorbenen
Psychiaters und Sexologen John Money (1921-2006) in Verbindung
gebracht und es wird versucht, ihn als Sündenbock zum Alleinschuldigen zu
erklären.
In Tat und Wahrheit waren systematische "chirurgische Genitalkorrekturen" an
Kleinkindern nicht nur im "Johns Hopkins Universitätsspital" in Baltimore
bereits seit 5 Jahren gängige Praxis, als Money ebendort 1955 mit
seiner "Optimal Gender Policy" den theoretischen Überbau
nachlieferte (und gleichzeitig den "wissenschaftlichen" Begriff
"Gender" prägte).
Moneys "empirischer Beweis" für seine Theorie, ein
angeblich positiv verlaufenes "Zwilligsexperiment",
hatte in Tat und Wahrheit tragisch geendet. In den 1990er Jahren wurden Moneys
entsprechende, zeitlebens nie widerrufene Publikationen öffentlich als
Fälschung und John Money als Lügner entlarvt – ohne
jegliche Konsequenzen weder für den Scharlatan John Money, oder auf
die Praxis der systematischen Genitalverstümmelungen in den westlichen
Kinderkliniken, oder auf die "wissenschaftliche Geschlechterforschung" in ihren
verschiedenen Ausprägungen.
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John Money & Co. – der Mythos vom Einzeltäter
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Das Medizynermärchen von den "früheren
Behandlungsmaßstäben"
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"STOP Genitalverstümmelung als 'Rohmaterial' für die
Geschlechterforschung!"
Bis heute: Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
Obwohl seit über 60 Jahren serienmässig und systematisch durchgeführt und
bis heute als Quasi-Standard angepriesen und vermarktet, wurde die angebliche
"Wirksamkeit" der medizinisch nicht notwendigen Zwangsbehandlungen wohlweislich
nie klinisch geprüft, oder nur schon entsprechende
Langzeitstudien darüber geführt. Heute noch stehen die einschlägigen
AWMF-Verstümmler-Leitlinien entsprechend auf der niedrigsten
Evidenzstufe S1. Trotzdem werden nach Angaben der ZwnagsbehandlerInnen
selbst heute noch 90% aller Kinder und Jugendlichen genitalverstümmelt:
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Präsentation BMBF-Studie mit 434 Proband_innen (2009)
Letztlich sind die menschenrechtswidrigen Zwangsbehandlungen an Zwittern ein
gesamtmedizinisches Problem, an dem viele medizinische
(Teil-)Disziplinen von Anfang an beteiligt waren und sind. Zusätzlich hatte und
hat das Projekt der medizinische Auslöschung der Zwitter als
Spezies seit Beginn auch eine eugenische Dimension
und es waren namhafte Vertreter der NS-Medizin an seiner
Perfektionierung entscheidend mitbeteiligt. Noch im 21. Jahrhundert werden
medizinische Verbrechen an Zwitterkindern von TäterInnen damit begründet, man
wolle
"keine Mutanten züchten".
Bezeichnenderweise ist eine umfassende Aufarbeitung der Geschichte
der medizinischen Verbrechen an Zwittern aus einer menschenrechtlichen
und ethischen Perspektive nach wie vor
ausstehend. Und werden die täglichen
systematischen Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken
ungebrochen weiter verübt – allen anderslautenden
Lippenbekenntnisse der Täter und
ihrer Helfershelfer zum Trotz. Regelmäßig missachten die
Genitalabschneider und ihre Berufsverbände dabei elementare
Ethikprinzipen und Menschenrechte der Betroffenen aufs Krasseste – und
nicht zuletzt auch ihre eigenen Ethikvorschriften.
Wie lange
noch?!
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"Unrecht der Medizinversuche anerkennen" (Oliver Tolmein
2009)
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Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine
Genealogie
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"Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg
Woweries)
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Ethikempfehlungen als Feigenblatt für Zwangsoperateure